Mit einem Rahmen fing alles an.

Ich hatte mir eine Karriere aufgebaut, von der ich dachte, dass ich sie wollte. Doch irgendwann merkte ich: Etwas fehlte.

Dann baute ich meinen ersten Fahrradrahmen.

Erst als er fertig vor mir stand, verstand ich, was mir gefehlt hatte: etwas mit meinen eigenen Händen zu schaffen.

Heute helfe ich anderen dabei, genau diese Erfahrung selbst zu machen.

Schau dir meine Geschichte im Video an oder lies unten weiter.

Ich hatte früher ein ganz anderes Leben.

Ich lebte in Potsdam und arbeitete als Klimawissenschaftler in Hamburg. Jeden zweiten Montag machte ich mich früh auf den Weg, um in Berlin den Zug um 6 Uhr nach Hamburg zu nehmen.

Ich erinnere mich noch gut an den Berliner Hauptbahnhof im Winter. Es war dunkel und kalt. Alle sahen müde aus und man hatte das Gefühl, dass eigentlich niemand dort sein wollte.

Mir ging es genauso.

Ich hatte Jahre damit verbracht, mir eine Karriere aufzubauen, von der ich dachte, dass ich sie wollte.

Und ich wollte aufhören.

Die meiste Zeit saß ich vor dem Computer, ließ Simulationen laufen und wertete Daten aus. Ich hatte gehofft, dass mir die Arbeit in der Klimaforschung das Gefühl geben würde, etwas Sinnvolles zu tun. Stattdessen fragte ich mich immer öfter, ob ich wirklich so mein Leben verbringen wollte.

Etwas fehlte.

Als ich schließlich meinen Job kündigte, nahm ich mir zwei Monate frei und flog zu meinen Eltern in die USA.

Schon seit Jahren hatte ich davon geträumt, meinen eigenen Fahrradrahmen zu bauen. Plötzlich hatte ich endlich die Zeit dafür.

Also tat ich es.

Als Kind und Jugendlicher hatte ich viel mit meinen Händen gearbeitet und Dinge gebaut. Aber irgendwo zwischen Studium und wissenschaftlicher Karriere hatte ich vergessen, wie sehr mir das eigentlich gefiel.

Der erste Rahmen brachte dieses Gefühl zurück.

Es war nicht einfach. Ich musste viel lernen, und längst nicht alles funktionierte so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber genau das machte es am Ende so befriedigend.

Am Anfang liegen da nur ein paar Stahlrohre. Man schneidet, feilt und passt sie an. Man verbindet sie mit Feuer.

Und langsam wird aus einer Idee etwas, das man in den Händen halten kann.

Als mein Rahmen fertig war, stellte ich ihn in die Küche meiner Eltern und machte Fotos davon. Ich war unglaublich stolz auf das, was ich gebaut hatte.

Er war nicht perfekt. Und natürlich würde ein Fahrradrahmen nicht die Welt verändern.

Aber ich hatte ihn selbst gebaut.

Dieses Gefühl blieb.

Ich hatte lange nach einer Arbeit gesucht, zu der ich wirklich eine Verbindung hatte. Nach etwas, für das ich morgens gerne aufstehen würde.

Der Rahmenbau gab mir die Antwort.

Ich kam zurück nach Potsdam und gründete Big Forest Frameworks.

Das ist inzwischen mehr als ein Jahrzehnt her. Seitdem habe ich viele Rahmen gebaut. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es mir noch mehr Freude macht, jemandem beim ersten eigenen Rahmen zu helfen, als selbst noch einen weiteren zu bauen.

Inzwischen habe ich Hunderten Menschen dabei geholfen, aus einer Idee für ein Fahrrad einen eigenen Rahmen entstehen zu lassen. Die meisten fangen mit wenig oder gar keiner Erfahrung an. Und oft mit einer ordentlichen Portion Zweifel, ob sie das überhaupt können.

Dann fangen sie an.

Sie schneiden das erste Rohr. Passen die erste Verbindung an. Zünden den Brenner. Machen Fehler. Lernen. Und langsam wird das, was bisher nur in ihrem Kopf existierte, Wirklichkeit.

Irgendwann halten sie einen Rahmen in den Händen, den sie selbst gebaut haben.

Ich kenne dieses Gefühl.

Deshalb gibt es Big Forest Frameworks.

Ein Blick in die Werkstatt

Der RBB hat mich einen Tag lang in der Werkstatt begleitet.

Das Video gibt einen Einblick in den Alltag bei Big Forest Frameworks und erzählt ein bisschen mehr darüber, wie ich zum Rahmenbau gekommen bin.

Schau gerne rein.