
Vom Onlinekurs zum eigenen Gravelbike
17. August 2026
Edelstahl, klare Linien und selbst gebaut: Emmanuels Traumrad
1. September 2026Janelli II: 1.000 Kilometer später
Es ist immer spannend zu sehen, was aus den Rahmen wird, die bei uns im Kurs entstehen. Noch spannender wird es, wenn jemand nicht nur das fertige Fahrrad zeigt, sondern auch zurückblickt und fragt: Was hat funktioniert? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?
Genau das macht Jan Gathmann von Rennrad-News mit seinem Janelli II.
Jan kam mit ziemlich konkreten Vorstellungen zu uns nach Potsdam. Er wollte ein schnelles, vielseitiges Gravelbikebauen, das zu seiner eigenen Art zu fahren passt. Dabei ging es ihm nicht nur darum, einen Rahmen selbst zu löten. Besonders wichtig war ihm die Geometrie und die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen, die man bei einem Fahrrad von der Stange so nicht treffen könnte.
Entstanden ist ein fillet-gelöteter Rahmen aus Columbus XCR und Reynolds 931 mit einer durchaus eigenständigen Geometrie. Unter anderem entschied sich Jan für ein deutlich abgesenktes Tretlager und längere Kettenstreben. Nach rund 1.000 Kilometern weiß er inzwischen, wie sich diese Entscheidungen in der Praxis auswirken.
Und genau das finde ich an seinem zweiten Artikel besonders interessant.
Das tiefe Tretlager zum Beispiel würde Jan heute sofort wieder wählen. Das Rad liegt dadurch bei höherem Tempo sehr stabil auf der Straße und auf Gravel. Bei anderen Details hat die Praxis seine ursprünglichen Vorstellungen etwas verändert. Seine Sitzposition darf beim nächsten Mal noch sportlicher werden, und bei der Gabel hat er gelernt, wie stark ein paar Millimeter Offset das Lenkverhalten beeinflussen können. Sein Fazit daraus: Beim nächsten Gravelbike würde er mit der Auswahl der Gabel anfangen.
Auch optisch ist das Janelli II sehr persönlich geworden. Jan ließ den Edelstahlrahmen unlackiert und hat ihn mit Stickern von seiner Familie sowie Erinnerungen an Reisen und Orte gestaltet. Das Head Badge hat ebenfalls eine persönliche Geschichte: Das erste Janelli-Emblem fertigte seine Frau, damals Silberschmiedin, für ihn an.
Das Wichtigste ist aber vermutlich, dass aus dem Experiment ein Fahrrad geworden ist, das Jan wirklich gerne fährt. Nach den ersten 1.000 Kilometern bezeichnet er das Janelli II als sein Lieblingsgravelbike. Besonders überrascht hat ihn, wie agil und dynamisch sich sein selbstgebauter Stahlrahmen fährt.
Für mich ist das vielleicht das Schönste an einem selbstgebauten Rahmen: Man baut nicht einfach sein „Traumrad“ und ist fertig. Man trifft Entscheidungen, probiert sie aus und lernt mit jedem Kilometer etwas darüber, was man beim nächsten Rahmen genauso oder ganz anders machen würde.
Jans kompletten Bericht über den Aufbau des Janelli II, seine Geometrie und die Erfahrungen nach den ersten 1.000 Kilometern könnt ihr bei Rennrad-News lesen.





