
Custom Hardtail MTB
11. Dezember 2025Letzten Dezember war Jimi bei uns im Rahmenbaukurs und hat ein ganz besonderes Fahrrad gebaut:
ein Gravelbike aus Edelstahl mit S&S-Kupplungen.
Jimi reist viel beruflich.
Nicht nur ein bisschen.
Er war bereits in mehr als 100 Ländern.
Wenn man so viel unterwegs ist, wird das Reisen mit dem Fahrrad schnell kompliziert. Große Fahrradkartons, Sondergepäckgebühren, Transportlogistik.
Also hat Jimi das Problem anders gelöst.
Er wollte ein Fahrrad bauen, dessen Rahmen sich teilen lässt und in einen normalen Koffer passt.
Ein Fahrrad für ein Leben unterwegs
Jimi stammt ursprünglich aus Neuseeland, lebt heute in den Niederlanden und arbeitet als Telemetry-Ingenieur im Bereich Nachhaltigkeit.
Seine Arbeit führt ihn an viele unterschiedliche Orte mit ganz verschiedenen Straßenverhältnissen.
„Ich reise viel beruflich und wollte ein vielseitiges Reiserad, weil die Straßenqualität an den Orten, an denen ich arbeite, sehr unterschiedlich ist. Ein Gravelrahmen war daher die naheliegende Wahl – mit Kupplungen, damit ich den Rahmen teilen und im Koffer kostenlos im Flugzeug mitnehmen kann.“
Ein Gravelbike passt perfekt zu diesem Einsatzbereich.
Schnell auf Asphalt.
Stabil, wenn der Untergrund rauer wird.
Dank der S&S-Kupplungen lässt sich der Rahmen in zwei Teile zerlegen und in einen normalen Koffer packen.
Kein Sperrgepäck.
Keine riesige Fahrradbox.
Nur ein Koffer – und ein Fahrrad, das auf der anderen Seite der Welt wieder aufgebaut werden kann.
Ein sehr persönlicher Grund
Für Jimi hatte der Rahmenbau noch eine andere, sehr persönliche Bedeutung.
Nachdem der Rahmen fertig war, schrieb er mir eine Nachricht.
„Der Bau hat mir persönlich viel bedeutet. Mein Vater war Ingenieur und Schweißer, und nachdem er vor kurzem gestorben ist, war es etwas Besonderes, selbst etwas mit den eigenen Händen zu bauen – in dieser Tradition.“
Als Kind hat er viel Zeit in der Werkstatt seines Vaters verbracht.
Später hat er klassische Fahrräder restauriert und viele Räder aufgebaut.
Aber einen Rahmen selbst zu bauen fühlte sich wie der nächste Schritt an.
Etwas, das über das reine Montieren von Komponenten hinausgeht.
Etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen.
Der erste Tag im Workshop
Eine kleine Szene vom ersten Tag ist Jimi besonders im Gedächtnis geblieben.
„Es war cool anzukommen und meinen Namen auf der Willkommens-Tafel zu sehen. Und die gemeinsame Ausfahrt mit anschließendem Drink hat richtig Spaß gemacht.“
Jimi kam zusammen mit seinem Partner, und sie haben die Reise gleich mit einem kleinen Urlaub in Potsdam und Berlin verbunden.
Tagsüber in der Werkstatt.
Abends in Berlin.
Und während der Woche nimmt das Fahrrad Stück für Stück Form an.
Die Geometrie des Rahmens
Für die Geometrie hat Jimi zunächst einen bekannten Ausgangspunkt gewählt.
„Ich habe die Geometriedaten eines vorhandenen Fahrrads als Ausgangspunkt genommen und Robert hat mir geholfen, die Geometrie weiter zu verfeinern.“
Das funktioniert oft sehr gut.
Man beginnt mit einem Fahrrad, das sich bereits gut fährt, und passt dann die Details an.
Als Jimi sein fertiges Rad schließlich zum ersten Mal gefahren ist, war das Ergebnis genau so, wie er es sich vorgestellt hatte.
„Ich bin das Fahrrad endlich gefahren, und es fühlt sich absolut stabil an. Die Geometrie passt perfekt und ich bin wirklich glücklich mit dem Ergebnis.“
Die Schönheit kleiner Unvollkommenheiten
Beim Bau eines eigenen Rahmens kann man Entscheidungen auch unterwegs noch anpassen.
Während des Kurses hat sich Jimi zum Beispiel entschieden, statt normalem Stahl Edelstahlrohre zu verwenden.
Und als der Rahmen fertig war, hatte er etwas, das man bei Serienrädern selten findet.
Kleine Unvollkommenheiten.
Aber genau die richtigen.
„Da ich diesen Rahmen mit meinen eigenen Händen gebaut habe, ist er nicht perfekt. Es gibt ein paar kleine rein optische Unregelmäßigkeiten, aber ich mag diesen ‚Wabi-Sabi‘-Aspekt sehr. Wenn ich einen perfekten Rahmen gewollt hätte, hätte ich einfach einen gekauft.“
Handgebaute Dinge tragen immer eine kleine Spur der Person, die sie gemacht hat.
Und genau das macht sie besonders.
Ein Name für das Fahrrad
Der Rahmen hat sogar einen eigenen Namen bekommen.
„Weil die Academy Big Forest heißt, habe ich das Fahrrad Gump genannt. Jedes Mal wenn ich die Wald-Headbadges sehe, muss ich lächeln.“
Ein kleines Detail fehlt allerdings noch.
„Als Nächstes möchte ich noch einen kleinen Singletrail zwischen den Bäumen auf das Steuerrohr malen.“
Der nächste Rahmen
Wer einmal einen Rahmen gebaut hat, denkt oft schnell über den nächsten nach.
Auch bei Jimi ist das so.
„Ich freue mich schon auf das nächste Projekt.“
Und eine Idee hat er bereits.
„Ein Stahl-Single-Speed-Mountainbike für die Apokalypse – mit rostiger Patina.“
Das klingt nach einem spannenden nächsten Projekt. 🚲🌲














