Fahrradrahmenrohre mit Schablonen feilen
19. Oktober 2026Fünf Jahre später baut Sebastian sein eigenes Fahrrad
Von einer lang gehegten Idee zum selbstgebauten Allroad-Rennrad.
Sebastian wollte schon seit ungefähr fünf Jahren seinen eigenen Fahrradrahmen bauen.
Bei seiner Recherche im Internet war er auf Big Forest Frameworks gestoßen. Nachdem er mich auch noch in einem Podcast gehört hatte, war ihm klar: Das wollte er unbedingt selbst ausprobieren.
Es gab nur ein Problem.
Sebastian ist 46 Jahre alt, lebt in der Nähe von Paderborn und arbeitet im Vertrieb für Medizintechnik. Beruflich ist er viel unterwegs. Und mit drei Kindern zu Hause war es nicht gerade einfach, fünf Tage für einen Rahmenbaukurs in Potsdam freizuschaufeln.
Also musste die Idee erst einmal warten.
Bis der Online-Rahmenbaukurs kam.
„Ich habe keine Minute gezögert und habe gebucht, ohne zu wissen, was eigentlich auf mich zukommt. Man muss einfach machen!“
Noch nie mit Metall gearbeitet
Sebastians Berufsalltag hat mit Handwerk wenig zu tun.
Bevor er mit dem Kurs anfing, hatte er noch nie mit Metall gearbeitet oder etwas gelötet.
Sein Ziel war ein Rennrad, das sich auch auf schlechteren Straßen gut fahren lässt. Ein Allroad-Bike. Sein Bikefitter hatte ihm einen Stack von 600 mm und einen Reach von 380 mm empfohlen. Diese Werte bildeten den Ausgangspunkt für seine Rahmengeometrie.
Aber einen Rahmen am Computer zu konstruieren und ihn anschließend tatsächlich zu bauen, sind zwei verschiedene Dinge.
Ein paar Zweifel hatte Sebastian durchaus.
Vor allem beschäftigte ihn die Frage, ob der Rahmen am Ende wirklich gerade werden und das fertige Fahrrad gut fahren würde.
Schließlich steckt in einem solchen Projekt einiges an Zeit und Geld. Da wäre es natürlich schade, wenn das Ergebnis hinterher nicht brauchbar wäre.
Rahmenbau zwischen Beruf und Familie
Für Sebastian war einer der größten Vorteile des Onlinekurses, dass er in seinem eigenen Tempo arbeiten konnte.
Bei den Live-Terminen konnte er nicht immer dabei sein. Das war aber kein großes Problem.
„Der Onlinekurs hat sehr gut funktioniert. Ich konnte nicht immer live dabei sein, aber durch die Aufzeichnungen und die regelmäßigen Q&A-Sessions war es möglich, nach eigenem Zeitplan zu arbeiten.“
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm sein erster Versuch beim Löten, während eines Besuchs in meiner Werkstatt in Potsdam.
Das war für ihn völliges Neuland.
Sogar der besondere Geruch, der beim Arbeiten mit erhitztem Stahl entsteht, ist ihm im Gedächtnis geblieben.
Danach ging es mit seinem eigenen Rahmen weiter. Schritt für Schritt eignete er sich Techniken an, mit denen er wenige Monate zuvor noch überhaupt keine Erfahrung hatte.
Die Überraschung: Der Rahmen war gerade
Als der Rahmen schließlich fertig war, stellte Sebastian etwas fest, womit er nicht unbedingt gerechnet hatte.
Er war gerade geworden.
Und das sogar, ohne dass er ihn noch ausrichten musste.
Als das Fahrrad komplett aufgebaut war und Sebastian seine erste Runde drehte, zeigte sich außerdem: Es fuhr wunderbar geradeaus.
Eine große Erleichterung.
Aber der eigentliche Moment kam erst auf der Straße.
„Geil, es hat funktioniert!“
Was es für ihn bedeutet, auf einem selbstgebauten Fahrrad unterwegs zu sein, kann Sebastian nur schwer in Worte fassen.
An seine erste Ausfahrt erinnert er sich dafür umso besser.
„Die erste Ausfahrt war so eindrücklich. Ich saß auf dem Rad und habe, glaube ich, hundertmal ‚Geil, es hat funktioniert!‘ geschrien.“
Viel besser kann eine erste Ausfahrt wohl kaum laufen.
Und die Begeisterung ist geblieben.
Mittlerweile hat Sebastian mit seinem neuen Fahrrad bereits mehr als 1.000 Kilometer zurückgelegt. Es begleitet ihn regelmäßig auf seinen Trainingsrunden und soll in Zukunft auch bei dem einen oder anderen Ultrarennen zum Einsatz kommen.
Sein Urteil?
Es ist schnell!
Und seine anderen Fahrräder werden seitdem kaum noch bewegt.
Rahmen Nummer zwei ist schon in Planung
Mit dem Rahmenbau ist Sebastian noch lange nicht fertig.
Sein nächstes Projekt steht bereits fest: ein Gravelbike mit Platz für 2,1 Zoll breite Reifen.
Da er sich selbst eher als Offroad-Fahrer sieht, freut er sich darauf ganz besonders.
Und was würde er jemandem sagen, der gerne einen eigenen Rahmen bauen möchte, aber noch zweifelt, ob er das wirklich schaffen kann?
„An alle da draußen, die denken, dass sie das nicht hinbekommen: Egal, einfach anfangen. Dann muss man halt mal den einen oder anderen Rohrsatz verwerfen. Aber am Ende hält man ein Unikat in der Hand, welches einem wirklich Lebensqualität schenkt und wertvoll ist.“
Fünf Jahre nachdem Sebastian zum ersten Mal darüber nachgedacht hatte, seinen eigenen Fahrradrahmen zu bauen, fährt er jetzt auf einem Rad, dessen Rahmen er selbst gebaut hat.
Und der nächste ist schon in Planung.
Du möchtest deinen eigenen Fahrradrahmen bauen?
In unserem Online-Rahmenbaukurs begleiten wir dich durch den gesamten Prozess: von der Konstruktion deines Rahmens und der Auswahl der Rohre über das Feilen der Gehrungen und das Löten bis zum Ausrichten und Fertigstellen.
Du kannst in deinem eigenen Tempo lernen, an den regelmäßigen Live-Terminen teilnehmen und deinen Rahmen in deiner eigenen Werkstatt bauen.
Der Kurs findet auf Englisch statt.










